Ausgangslage in Deutschland
Ich habe knapp sieben Jahre in einer Rehaklinik in Süddeutschland gearbeitet, ein klassischer Mix aus Neuro, Geriatrie und orthopädischen Patienten. Fachlich hat mir meine Arbeit Spass gemacht, aber ehrlich gesagt: Lohn, Anerkennung und Zeit für die Patienten haben irgendwann einfach nicht mehr gepasst.
Meine Frau ist Lehrerin, wir hatten beide das Gefühl: „So geht’s die nächsten 30 Jahre nicht weiter.“ Mehr Verantwortung, ja aber bitte auch mehr Wertschätzung und ein Gehalt, mit dem man sich nicht jede Anschaffung dreimal überlegen muss.
Über Kollegen bin ich dann auf das Thema Ergotherapeut in der Schweiz gestossen vor allem auf Basel, weil die Stadt relativ nah an Deutschland liegt und trotzdem alle Vorteile des Schweizer Gesundheitssystems bietet.
Warum die Schweiz
Für mich waren es vor allem drei Punkte:
Bessere Löhne: In Stelleninseraten habe ich für Ergotherapeuten 100%-Pensen gesehen, die deutlich über meinem deutschen Gehalt lagen plus 13. Monatslohn.
Mehr Zeit pro Patient: Viele berichten von strukturierteren Abläufen und realistischer geplanten Therapiezeiten.
Lage von Basel: Nur knapp über der Grenze, Familie und Freunde in Deutschland bleiben „Wochenend-distanz“.
Meine Frau war erst skeptisch wegen Sprache, Schulsystem, Versicherungen aber Basel ist sehr international, und das hat einiges abgefedert.
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Anerkennung & Bewerbungsprozess
Was mich fast abgehalten hätte: der Papierkram.
SRK-Anerkennung, Unterlagen, Zeugnisse, Stundenlisten. Es wirkt am Anfang einfach nur erschlagend. Über Einwandern Schweiz habe ich mir dann erstmals einen Überblick geholt:
Check: Ist mein Abschluss grundsätzlich anerkennungsfähig?
To-do-Liste: Welche Dokumente brauche ich wirklich?
Zeitplanung: Anerkennung, Bewerbung, möglicher Starttermin.
Die haben mit mir gemeinsam:
Lebenslauf und Motivationsschreiben auf Schweizer Standard gebracht
passende Stellen in Basel vorgeschlagen
Erstgespräche mit Arbeitgebern terminiert
Ich hatte am Ende drei konkrete Angebote – zwei Spitäler, eine grössere Praxis. Entschieden habe ich mich für ein Akutspital in Basel, weil mich das interdisziplinäre Arbeiten mit Physio, Logo und Ärzten gereizt hat.
Der Umzug nach Basel mit meiner Frau
Wir sind im Sommer umgezogen, das war im Nachhinein klug, weil:
Schulferien / Umstellung für meine Frau als Lehrerin einfacher war
Wohnungssuche in Basel-Stadt zwar sportlich, aber machbar war
Klartext: Mieten sind hoch.
Wir bezahlen für eine 3,5-Zimmer-Wohnung in stadtnaher Lage rund 2’100 CHF. Das war erstmal ein Schluck aus der Pulle, aber mit meinem neuen Lohn (und ihrem späteren Einstieg in Teilzeit) geht es sich aus.
Ein grosser Vorteil war, dass wir bei:
Wohnungssuche (Dossier, Betreibungsauszug-Alternativen)
Versicherungen (Krankenversicherung, Haftpflicht, Hausrat)
Anmeldung & Bewilligung
nicht bei null anfangen mussten, sondern Schritt-für-Schritt-Anleitungen bekommen haben. Das hat viel Stress rausgenommen.
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Wir sind bekannt aus
Arbeiten als Ergotherapeut in Basel
Positiv überrascht hat mich:
Ich habe mehr Zeit pro Patient und die Therapieplanung ist strukturierter.
Der interprofessionelle Austausch ist wirklich gelebt – Ärzte, Physio, Ergo, Pflege: alle auf Augenhöhe.
Fortbildungen werden aktiv gefördert und finanziell unterstützt.
Was anspruchsvoll war:
Der Dialekt – am Anfang habe ich in Teamsitzungen teilweise nur 70 % verstanden. Nach ein paar Monaten wird es besser, aber es ist eine Umstellung.
Die Dokumentation läuft etwas anders als in Deutschland; man muss sich an die internen Tools und Abläufe gewöhnen.
Verantwortung: Als Ergotherapeut wird man oft stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden – das ist toll, aber auch anstrengender.
Lohnmässig bin ich von knapp 3’000 € netto in Deutschland auf etwa 5’200–5’400 CHF netto (inkl. 13. Lohn heruntergebrochen) gekommen – bei einem 100%-Pensum. Das ist ein spürbarer Unterschied, auch wenn vieles hier teurer ist.
Was mich überrascht hat
Positiv:
Wie schnell ich im Team aufgenommen wurde
Wie selbstverständlich Patienten eine hohe Qualität in der Therapie erwarten – und auch dankbar sind
Wie gut strukturiert viele Prozesse im Spital sind
Eher anstrengend:
Der Start war sehr papierlastig: Anerkennung, Versicherungen, Anmeldung, Konto, Telefon etc.
Manchmal fühle ich mich als Deutscher beobachtet – nicht negativ, aber man fällt halt auf.
Die Distanz zur Familie – mal „kurz am Wochenende rüberfahren“ ist nicht mehr ganz so spontan.
Fazit
War es die richtige Entscheidung? Ja. Ganz klar.
Ich habe:
ein höheres und faires Gehalt
mehr fachliche Entwicklungsmöglichkeiten
einen Arbeitsalltag, in dem ich wieder das Gefühl habe, meinem Beruf gerecht zu werden
Meine Frau hat inzwischen eine Teilzeitstelle an einer Schule gefunden, wir haben einen Freundeskreis aufgebaut, und Basel fühlt sich zunehmend wie „Zuhause auf Zeit“ an – vielleicht irgendwann auch auf Dauer.
Mein Tipp an andere Ergotherapeuten:
Nimm die Anerkennung und den Papierkram ernst – je besser du vorbereitet bist, desto entspannter der Start.
Rechne ehrlich durch (Lohn vs. Miete, Krankenkasse, Steuern).
Such dir Unterstützung – ob über Einwandern Schweiz oder eine andere professionelle Stelle. Allein ist es machbar, aber deutlich mühsamer.
Wenn ich heute zurückblicke, war der schwierigste Schritt nicht die Bürokratie, sondern der Mut, überhaupt zu gehen. Alles andere lässt sich mit der richtigen Begleitung lösen.
