Wer in der Schweiz arbeitet, aber keinen C-Ausweis hat, lernt sie sofort kennen: Die Quellensteuer. Sie wird direkt vom Lohn abgezogen, noch bevor das Geld auf deinem Konto landet.
Doch wie hoch ist der Abzug wirklich? Was bedeuten die Codes A0 oder B1 auf der Lohnabrechnung? Und lohnt es sich, eine Steuererklärung (NOV) abzugeben, um Geld zurückzuholen? In diesem Guide für 2026 erfährst du alles über Tarife, die spezielle Situation für Grenzgänger und wie du die Steuer optimierst.
Das Wichtigste auf einem Blick
Wer zahlt sie? Ausländische Arbeitnehmer (Ausweis L & B) und Grenzgänger.
Wie hoch? Abhängig vom Kanton und Tarif-Code (z.B. A für Alleinstehende). Meist zwischen 5 % und 15 % (bei Grenzgängern pauschal 4,5 %).
Geld zurück? Ja, über die sogenannte NOV (Nachträgliche Ordentliche Veranlagung) kannst du Abzüge geltend machen – aber Vorsicht, das kann auch teurer werden!
Dividenden: Auf Kapitalerträge gibt es eine separate Verrechnungssteuer von 35 %.
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Was ist die Quellensteuer?
Im Gegensatz zu Schweizern (die eine Steuerrechnung per Post bekommen), wird bei Ausländern die Steuer direkt an der Quelle (beim Arbeitgeber) abgezogen. Dein Arbeitgeber haftet dafür und überweist das Geld an das kantonale Steueramt.
Wer ist quellensteuerpflichtig?
Ausländische Arbeitnehmer mit Ausweis B (Aufenthaltsbewilligung).
Ausländische Arbeitnehmer mit Ausweis L (Kurzaufenthalt).
Grenzgänger (Wohnsitz im Ausland, Arbeit in der Schweiz).
Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz (z.B. Künstler, Sportler, Verwaltungsräte).
Hinweis: Sobald du die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) erhältst oder einen Schweizer heiratest, entfällt die Quellensteuer und du wirst ordentlich veranlagt.
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Die Quellensteuer-Tarife 2026 (Tabelle)
Der wichtigste Faktor für die Höhe deiner Steuer ist dein Tarif-Code. Dieser steht auf deiner monatlichen Lohnabrechnung.
| Tarif-Code | Bedeutung | Wer fällt darunter? |
| Tarif A | Alleinstehende | Ledige, Geschiedene, Verwitwete (ohne Kinder). |
| Tarif B | Verheiratete (Alleinverdiener) | Ehepaare, bei denen nur einer arbeitet. |
| Tarif C | Verheiratete (Doppelverdiener) | Ehepaare, bei denen beide in der Schweiz arbeiten. |
| Tarif H | Einelternfamilien | Alleinerziehende mit Kindern im Haushalt. |
| Tarif G | Grenzgänger (Deutschland) | Spezialtarif für Grenzgänger (fix 4,5 %). |
Hinter dem Buchstaben steht oft eine Zahl (z.B. A0 oder B2). Die Zahl steht für die Anzahl der minderjährigen Kinder.
Wie viel wird abgezogen? (Rechenbeispiel)
Die Höhe der Quellensteuer variiert je nach Kanton und Tarif-Code massiv. Hier ein korrektes Rechenbeispiel für Tarif A0 (ledig, keine Kinder):
Beispielrechnung (Kanton Zürich, Tarif A0, ledig):
- Bruttolohn: CHF 6’000/Monat
- Quellensteuersatz Tarif A0 (Zürich): ca. 9,0 %
- Steuerabzug: CHF 540
- Nettolohn (vor übrigen Sozialabgaben): CHF 5’460
Wichtiger Hinweis: Der oft zitierte Satz von 4,5 % gilt ausschliesslich für den Tarif G (Grenzgänger Deutschland) – eine pauschale Flatrate nach DBA. Für alle anderen Tarife (A, B, C, H) liegen die Sätze deutlich höher und sind nach Einkommen gestaffelt.
Je höher der Lohn, desto höher der Quellensteuersatz – das Schweizer System ist progressiv.
| Bruttolohn / Monat | Tarif A0 ZH (ca.) | Steuerabzug (ca.) |
|---|---|---|
| CHF 4’000 | ca. 6,5 % | CHF 260 |
| CHF 6’000 | ca. 9,0 % | CHF 540 |
| CHF 8’000 | ca. 10,5 % | CHF 840 |
| CHF 10’000 | ca. 11,5 % | CHF 1’150 |
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Quellensteuer nach Kanton: So gross sind die Unterschiede
Der Kanton wo du arbeitest, bestimmt massgeblich wie viel Quellensteuer abgezogen wird. Hier ein direkter Vergleich für Tarif A0, Bruttolohn CHF 6’000/Monat:
| Kanton | Quellensteuersatz (Tarif A0, CHF 6k) | Abzug/Monat | Vergleich |
|---|---|---|---|
| Zug (ZG) | ca. 5,5 % | ca. CHF 330 | ⬇️ Günstigster Deutschschweizer Kanton |
| Schwyz (SZ) | ca. 6,0 % | ca. CHF 360 | ⬇️ Sehr niedrig |
| Zürich (ZH) | ca. 9,0 % | ca. CHF 540 | ➡️ Mittleres Niveau |
| Basel-Stadt (BS) | ca. 10,5 % | ca. CHF 630 | ⬆️ Höher als Zürich |
| Bern (BE) | ca. 11,5 % | ca. CHF 690 | ⬆️ Einer der höchsten Sätze |
Wer die Wahl des Arbeitskantons hat, spart in Zug gegenüber Bern bei CHF 6’000 Bruttolohn ca. CHF 360 pro Monat das sind CHF 4’320 pro Jahr allein durch den Kantonsunterschied.
Für deinen exakten Quellensteuer-Abzug nach deinem Kanton, Tarif und Lohn: Brutto-Netto-Rechner Schweiz →
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Quellensteuer-Sätze sind individuell sie hängen von deinem Kanton, deinem Tarif-Code und deinem genauen Bruttolohn ab. Kein Richtwert trifft auf jeden zu.
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Geld zurückholen: Die Nachträgliche Ordentliche Veranlagung (NOV)
Viele zahlen zu viel Quellensteuer, weil Pauschalen angenommen werden. Du kannst eine Korrektur beantragen. Das nennt sich NOV.
Wann lohnt sich eine NOV? Wenn du hohe tatsächliche Kosten hast, die über die Pauschalen hinausgehen, z.B.:
Einzahlungen in die Säule 3a.
Hohe Berufskosten (Weiterbildung, weiter Arbeitsweg).
Einkauf in die Pensionskasse.
Unterhaltszahlungen (Alimente).
Achtung: Der Antrag auf NOV ist unwiderruflich. Wenn die ordentliche Steuerberechnung höher ausfällt als die Quellensteuer (z.B. weil du in einer Gemeinde mit hohem Steuerfuss wohnst), musst du nachzahlen.
Pflicht: Ab 120’000 CHF Bruttojahreslohn bist du in den meisten Kantonen verpflichtet, eine NOV zu machen.
Frist: Der Antrag muss meist bis zum 31. März des Folgejahres gestellt werden.
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Wir sind bekannt aus
Spezialfall: Quellensteuer für Grenzgänger (DE/CH)
Für Grenzgänger (Wohnsitz Deutschland, Arbeit Schweiz) gelten Sonderregeln durch das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).
Der Regelfall (4,5 % Flatrate)
Du zahlst in der Schweiz eine pauschale Quellensteuer von 4,5 % auf deinen Bruttolohn (Tarif G).
Wichtig: Das befreit dich nicht von der Steuer in Deutschland! Du musst den Schweizer Lohn in deiner deutschen Steuererklärung angeben (Anlage N-GRE). Die 4,5 % werden dir aber angerechnet.
Die 60-Tage-Regel (Die Falle)
Kehrst du aus beruflichen Gründen an mehr als 60 Tagen pro Jahr nicht an dein Zuhause in Deutschland zurück (z.B. Übernachtung beim Kunden, Mehrtages-Dienstreisen)?
Folge: Du verlierst den Grenzgängerstatus steuerlich. Die Schweiz darf dann den Lohn für diese Tage voll besteuern (nicht nur 4,5 %).
Nachweis: Du musst ein genaues Reisekalendarium führen (Formular Gre-3).
Mehr dazu im Artikel: Grenzgänger Bewilligung & Regeln.
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Quellensteuer auf Kapitalerträge (Dividenden)
Vorsicht Verwechslungsgefahr: Es gibt auch eine Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden (die sogenannte Verrechnungssteuer).
Satz: 35 % auf Dividenden von Schweizer Aktien.
Rückerstattung: Wenn du in Deutschland wohnst, kannst du dir einen Teil davon zurückholen (über das Formular 85 bei der ESTV).
Praxis: Meist werden 15 % in Deutschland auf die Abgeltungssteuer angerechnet und 20 % von der Schweiz erstattet.
Wichtig: Die effektive Behandlung ist kantonal und nach DBA teils unterschiedlich. Für Abzüge/Optimierung siehe auch Steuererklärung Grenzgänger Schweiz.
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Fazit
Die Quellensteuer ist für die meisten Auswanderer sehr komfortabel, da sie automatisch erledigt wird. Wer jedoch gut verdient oder Grenzgänger ist, sollte genau hinschauen.
Unsere 3 Profi-Tipps:
Prüfe deinen Tarif-Code auf der ersten Lohnabrechnung sofort. Fehler passieren!
Rechne vor dem 31. März durch, ob sich eine NOV (Steuererklärung) lohnt – besonders wenn du in die Säule 3a einzahlst.
Als Grenzgänger: Dokumentiere deine Nicht-Rückkehrtage penibel.
Hast du Angst, Geld zu verschenken oder den falschen Tarif zu haben? Wir helfen dir nicht nur beim Jobstart, sondern auch beim Verständnis deines Nettolohns.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Was ist die Quellensteuer in der Schweiz?
Die Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt vom Einkommen an der Quelle – also vom Arbeitgeber oder der Bank – abgezogen und an die Steuerbehörde überwiesen wird. Sie betrifft vor allem ausländische Arbeitnehmer und Personen mit Kapitalerträgen aus der Schweiz.
Wer muss in der Schweiz Quellensteuer zahlen?
Quellensteuerpflichtig sind Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz, z. B. ausländische Arbeitnehmer mit B-Bewilligung oder L-Bewilligung oder Grenzgänger. Auch auf Dividenden und Zinsen kann Quellensteuer anfallen.
Wie hoch ist die Quellensteuer in der Schweiz?
Die Höhe variiert je nach Kanton, Einkommen und persönlicher Situation. Auf Dividenden aus der Schweiz wird pauschal 35 % Quellensteuer erhoben.
Wie bekomme ich die Schweizer Quellensteuer zurück?
Für Kapitalerträge wie Dividenden kann die Rückerstattung über das Formular 85 bei der ESTV beantragt werden. Für Löhne ist in bestimmten Fällen eine nachträgliche ordentliche Veranlagung möglich.
Was gilt für Grenzgänger in Bezug auf die Quellensteuer?
Grenzgänger zahlen ebenfalls Quellensteuer, sofern sie regelmäßig in der Schweiz arbeiten. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Wohnsitzland regelt die Aufteilung der Besteuerung und mögliche Rückerstattungen.
