Wer in die Schweiz auswandern will und dort Geld verdienen möchte, sollte sich im Vorfeld über die anfallenden Steuern in der Schweiz informieren. In diesem Beitrag erfährst du, welche Steuerarten du berücksichtigen musst und wie hoch diese ausfallen können.
Gerne geben wir dir schon mal die wichtigste Information: In der Schweiz zahlt man in vielen Fällen deutlich weniger Steuern als in Deutschland.
Das Wichtigste auf einen Blick
Dreistufiges Steuersystem: Steuern werden auf Ebene Bund, Kanton und Gemeinde erhoben – das führt zu grossen Unterschieden je nach Wohnort.
Oft geringere Gesamtbelastung als in Deutschland: Gerade bei mittleren und höheren Einkommen ist die Steuerquote in vielen Kantonen spürbar tiefer.
Quellensteuer für viele Ausländer:innen: Wer (noch) keine Niederlassungsbewilligung hat oder als Grenzgänger:in arbeitet, zahlt häufig Quellensteuer, die direkt vom Lohn abgezogen wird.
Vermögenssteuer statt Abgeltungsteuer: Es gibt keine Abgeltungsteuer wie in Deutschland, dafür eine kantonale Vermögenssteuer auf das Reinvermögen.
Grosse kantonale Unterschiede: Steuerbelastung für Einkommen und Vermögen kann sich je nach Kanton um mehrere Tausend Franken pro Jahr unterscheiden – ein Steuervergleich lohnt sich.
Doppelbesteuerungsabkommen für Grenzgänger:innen: Zwischen Deutschland und der Schweiz regelt ein DBA, welches Land wann besteuern darf und wie Doppelbelastungen vermieden werden.
Steuern in der Schweiz – Steuerarten
Wie in anderen Ländern gibt es auch in der Schweiz unterschiedliche Steuerarten. Die beiden wichtigsten lernst du im nächsten Abschnitt kennen.
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Die Quellensteuer
Die Quellensteuer in der Schweiz ist eine Steuerform, bei der die Steuer direkt von bestimmten Einkommensarten abgezogen wird. Sie ist insbesondere für Personen relevant, die in der Schweiz wohnhaft sind, aber noch keine Niederlassungsbewilligung besitzen, sowie für Personen, die in der Schweiz arbeiten, aber keinen steuerrechtlichen Wohnsitz im Land haben. Dies umfasst beispielsweise Grenzgänger, Wochenaufenthalter und bestimmte Berufsgruppen wie Sportler oder Referenten.
Die Tarife für die Quellensteuer sind abhängig vom jeweiligen Kanton, in dem die Person arbeitet oder Einkommen bezieht. Die kantonalen Steuerverwaltungen sind verantwortlich für die Festlegung und Veröffentlichung dieser Tarife. Die aktuellsten Tarife und Informationen sind üblicherweise auf den Webseiten der kantonalen Steuerverwaltungen oder der Eidgenössischen Steuerverwaltung zu finden. Mehr zur Quellensteuer erfährst du in diesem Beitrag:
Quellensteuer in der Schweiz (2025): Tarife, NOV & Rückerstattung
Die Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt an der Quelle erhoben wird also zum Beispiel auf deinem Lohn oder auf Dividenden aus Schweizer Anlagen. In der Schweiz betrifft sie vor
Die Vermögenssteuer in der Schweiz
Vermögenssteuer in der Schweiz ist eine Steuer, die auf das Gesamtvermögen natürlicher Personen erhoben wird. Sie ist kantonal geregelt, was bedeutet, dass die Steuersätze und Freibeträge von Kanton zu Kanton variieren.
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Wir sind bekannt aus
Die Steuerpflicht beginnt, sobald eine Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in einem Kanton oder einer Gemeinde in der Schweiz begründet.
Die Bewertung der Vermögensbestandteile erfolgt in der Regel auf Basis des Verkehrswerts. Dabei werden sowohl bewegliche als auch unbewegliche Vermögenswerte berücksichtigt, darunter Bargeld, Bankguthaben, Aktien, Immobilien, Kapitalanlagen, Fahrzeuge und Kunstobjekte. Bestimmte Vermögenswerte wie Hausrat und persönliche Güter sind von der Vermögenssteuer befreit. Auch gibt es spezielle Bewertungsregeln für bestimmte Vermögensbestandteile wie Kapital- und Rentenversicherungen.
Mehr zur Vermögenssteuer erfährst du in diesem Beitrag:
Die Vermögenssteuer in der Schweiz: Infos & Sätze 2025
Die Vermögenssteuer ist in der Schweiz eine kantonale bzw. kommunale Steuer auf das Reinvermögen (Vermögen minus Schulden und Sozialabzüge). Je nach Kanton und Gemeinde liegen die Steuersätze grob zwischen rund
Die Erbschaftssteuer
In der Schweiz wird die Erbschaftssteuer auf kantonaler Ebene geregelt und variiert daher von Kanton zu Kanton.
Wer muss Erbschaftssteuer bezahlen?: Grundsätzlich müssen alle, die nach dem Tod einer Person Vermögen in Form von Geld, Liegenschaften oder Wertgegenständen erben, Erbschaftssteuer zahlen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Erbschaft aufgrund der gesetzlichen Erbfolge, eines Testaments oder einer anderen Erbregelung erfolgt.
Die Mehrwertsteuer
Ab dem 1. Januar 2024 gelten in der Schweiz neue Mehrwertsteuersätze. Der Normalsatz der MwSt wird von 7,7% auf 8,1% angehoben. Der reduzierte Steuersatz, der für bestimmte Güter wie Nahrungsmittel, Zeitungen, Zeitschriften und Medikamente gilt, steigt von 2,5% auf 2,6%. Zudem wird der Sondersatz für Beherbergungsleistungen von 3,7% auf 3,8% erhöht.
Diese Änderungen der Mehrwertsteuersätze sind eine Folge der Volksabstimmung vom 25. September 2022, die zur Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) führte. Die Anpassung der Mehrwertsteuersätze ist für das 3. Quartal 2023, das 2. Semester 2023 und für den Monat Juli 2023 erstmals anwendbar. Unternehmen und Steuerpflichtige sollten beachten, dass diese Änderungen ihre Buchhaltungs- und Abrechnungsprozesse beeinflussen können.
Die Unternehmenssteuer
Die Steuern in der Schweiz sind allgemein für Unternehmen niedriger als in vielen anderen europäischen Ländern, sowohl für die Bundessteuer als auch auf kantonaler und kommunaler Ebene. Die Steuersätze variieren zwischen den verschiedenen Kantonen. Beispielsweise liegt der Steuersatz für Unternehmen in Luzern bei etwa 12,15%, während er in Zürich etwa 19,65% beträgt. Diese Unterschiede spiegeln die föderale Struktur der Schweiz wider und sind bei der Steuerplanung zu berücksichtigen.
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Die Einkommensteuer
Die Einkommensteuer auf drei Ebenen erhoben: Bund, Kantone und Gemeinden. Die Steuersätze variieren zwischen den Kantonen. Zum Beispiel beträgt der Steuersatz im Kanton Zug etwa 8 % (Einkommen ca. 80.000 CHF), während er in Genf bei etwa 18% im Durchschnitt liegt. Die Steuersätze in anderen Kantonen, wie im Kanton Zürich und Bern liegen bei etwa 29 % bzw. 23 %. Diese mehrstufige Struktur führt zu einer erheblichen Variabilität in der steuerlichen Belastung, abhängig von der geografischen Lage des Steuerzahlers. Die genauen Steuersätze können sich von Gemeinde zu Gemeinde leicht unterscheiden, mit einer Spanne von etwa +/- 4 Prozentpunkten. Für eine genaue Berechnung der Steuerlast empfiehlt sich die Nutzung eines Steuerrechners oder die Konsultation eines Steuerberaters.
Wie viele Steuern zahlt man in der Schweiz?
In der Schweiz unterscheiden sich die Steuersätze erheblich von Kanton zu Kanton. Die effektive Steuerbelastung für natürliche Personen liegt im Durchschnitt bei etwa 29,56 Prozent. Die Mehrwertsteuer hat einen Normalsatz von 8,1 Prozent und einen reduzierten Satz von 2,6 Prozent (ab 2024).
Im Vergleich zu anderen westlichen Ländern haben nur drei Länder eine tiefere Steuerlast als die Schweiz. Von den 35 Ländern auf der Liste hat die Schweiz tatsächlich die geringste Belastung der Arbeitnehmer durch Steuern und Sozialabgaben. Diese Tatsache muss jedoch relativiert werden.
Die OECD hat die Löhne in den Industrieländern untersucht und die Durchschnittsverdiener in der Schweiz mit den anderen europäischen Ländern verglichen. Die Schweiz schlug alle anderen europäischen Länder und zeigte, dass durchschnittliche Arbeitnehmer mehr Geld zum Leben haben als die meisten anderen Länder in Europa.
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KFZ Steuer Schweiz
Die Motorfahrzeugsteuer variiert je nach Kanton. Die Steuerbemessung kann auf unterschiedlichen Grundlagen basieren, wie beispielsweise Hubraum, Gesamtgewicht, Leistung oder CO2-Emissionen. Insgesamt 18 Kantone bieten einen Bonus für umweltfreundliche Autos an, der jedoch in 12 Kantonen zeitlich begrenzt ist.
Ein Auto in die Schweiz einführen: Infos 2025
Wenn man in die Schweiz umzieht und sein Auto durch den Prozess des Autoimports mitnehmen möchte, muss man einige Voraussetzungen erfüllen und ein bestimmtes Verfahren durchlaufen. In diesem Blogbeitrag geht
Steuern in der Schweiz als Grenzgänger
Wer Steuern in der Schweiz zahlen muss, sollte sich mit dem Doppelbesteuerungsabkommen auseinandersetzen. Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Österreich, Frankreich und der Schweiz enthält Bestimmungen für Pendler, die in einem Land arbeiten und in einem anderen wohnen. Wer in der Schweiz zur Arbeit über die Grenze geht, muss seinen Lohn in Deutschland versteuern.
Die Schweiz erhebt eine Quellensteuer von 4,5 %, aber Arbeitnehmer können eine Bescheinigung vom Finanzamt erhalten, dass sie ansässig sind, was ihren Steuerabzug dort verringern würde. Diese Bescheinigung wird in der Regel jährlich vom Finanzamt ausgestellt und erleichtert es Arbeitnehmern, ihren Steuerabzug in der Schweiz gegenüber Deutschland zu senken.
In Deutschland wohnen und in der Schweiz arbeiten
Du wohnst in Deutschland und möchtest in der Schweiz arbeiten ohne deinen Wohnsitz aufzugeben? Dann bist du nicht allein. Immer mehr Menschen aus Süddeutschland entscheiden sich dafür, in Deutschland zu
Doppelbesteuerungs-Abkommen Schweiz – Deutschland
(DBA) zwischen der Schweiz und Deutschland dient dazu, Doppelbesteuerung bei Einkommen und Vermögen zu verhindern oder zu mindern. Es legt fest, welches der beiden Länder in verschiedenen Fällen das Besteuerungsrecht hat und ermöglicht es Steuerpflichtigen, die in beiden Ländern steuerrelevant sind, eine klarere Steuersituation zu haben. Das Abkommen enthält Regelungen zur Besteuerung von Einkünften aus Erwerbstätigkeit, Kapitalvermögen, Ruhegehältern und anderen Einkunftsarten. Dadurch wird die steuerliche Belastung für grenzüberschreitend tätige Personen und Unternehmen reduziert und vereinfacht.
Das Doppelbesteuerungsabkommen: Schweiz – Deutschland 2025
Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und Deutschland besteht seit 1971 und wurde mehrmals aktualisiert. Es regelt die Besteuerung von Einkünften in beiden Ländern, um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Das Abkommen umfasst verschiedene
Fazit
Das Steuersystem der Schweiz ist für seine Komplexität bekannt, da es auf drei Ebenen organisiert ist: Bund, Kanton und Gemeinde. Dies führt zu einer Vielfalt an Steuersätzen und Regelungen, abhängig vom Wohnort. Trotz dieser Komplexität bietet das Schweizer Steuersystem sowohl für Einheimische als auch für Expatriates einige Vorteile, die es im internationalen Vergleich attraktiv machen.
Verglichen mit anderen hochentwickelten Ländern können die Einkommenssteuersätze in der Schweiz als moderat betrachtet werden, besonders auf Bundesebene. Die kantonalen und kommunalen Steuern variieren, wobei einige Kantone besonders niedrige Sätze für hohe Einkommen anbieten.
Für reiche Ausländer, die in die Schweiz ziehen und keine Erwerbstätigkeit im Land ausüben, kann die Pauschalbesteuerung eine attraktive Option sein. Diese Besteuerungsform basiert nicht auf dem weltweiten Einkommen oder Vermögen, sondern auf dem Lebensaufwand in der Schweiz.
Die Schweiz hat mit vielen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, um zu verhindern, dass Personen und Unternehmen auf das gleiche Einkommen in mehr als einem Land Steuern zahlen müssen.
Die Unternehmenssteuersätze sind im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig, was die Schweiz zu einem beliebten Standort für multinationale Unternehmen macht.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Welche Steuern zahlt man als Arbeitnehmer in der Schweiz?
Als Arbeitnehmer zahlst du in der Schweiz hauptsächlich Einkommenssteuer (Bund, Kanton, Gemeinde), dazu Sozialabgaben (AHV/IV/EO/ALV). Je nach Status kommen Quellensteuer (wenn du keine C-Bewilligung oder keinen Steuerwohnsitz hast) und in manchen Kantonen Vermögenssteuer hinzu.
Sind die Steuern in der Schweiz wirklich niedriger als in Deutschland?
In vielen Fällen ja vor allem bei mittleren bis höheren Einkommen. Die Gesamtbelastung aus Steuern und Sozialabgaben ist im internationalen Vergleich eher moderat. Wie viel du konkret zahlst, hängt aber stark vom Kanton, der Gemeinde, deinem Familienstand und deinem Einkommen ab.
Was ist der Unterschied zwischen Quellensteuer und „normaler“ Steuer?
Bei der Quellensteuer wird die Steuer direkt vom Lohn abgezogen und vom Arbeitgeber an die Steuerbehörde überwiesen. Das betrifft vor allem Personen ohne Schweizer Steuerwohnsitz bzw. ohne C-Bewilligung (z. B. Grenzgänger, L- und teilweise B-Bewilligungen).
Die ordentliche Veranlagung erfolgt über eine Steuererklärung – klassisch für Personen mit Steuerwohnsitz und C-Bewilligung.
Muss ich in der Schweiz Vermögenssteuer zahlen?
Ja, wenn du deinen steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz hast, unterliegst du in der Regel auch der kantonalen Vermögenssteuer. Besteuert wird dein Reinvermögen (Vermögen minus Schulden), wobei Freibeträge und Steuersätze je nach Kanton und Gemeinde unterschiedlich sind.
Wie hoch sind die Einkommenssteuern in der Schweiz?
Es gibt keinen einheitlichen Satz für das ganze Land. Die Steuer wird auf drei Ebenen erhoben (Bund, Kanton, Gemeinde), und die effektive Belastung variiert stark. In eher „günstigen“ Kantonen liegt die Belastung deutlich tiefer als in Hochsteuerkantonen. Für eine seriöse Einschätzung lohnt sich ein Brutto Netto Rechner oder eine individuelle Beratung.
