Der Bundesstaat der Schweiz wurde gegründet, als National- und Ständerat am 28. November 1848 beschlossen, Bern als Bundessitz und Sitz weiterer hoher Bundesinstitutionen festzulegen. Vor diesem Entscheid gab es eine Debatte darüber, ob die Schweiz eine Hauptstadt haben oder ihre Vorstädte weiter nutzen sollte. Die Entscheidung wurde schliesslich durch einen Kompromiss getroffen. Weitere ausgewählte Städte waren Lausanne, Luzern und Zürich.
Es gibt zwei Gesetze, die den Ort der Aktivitäten des Bundesrates, der Exekutive, der Bundesversammlung und der Legislative bestimmen. Allerdings bezieht sich keine Verfassung auf eine Bundeshauptstadt, stattdessen wird der Begriff „Bundesstadt“ verwendet. Sie gilt nicht als Hauptstadt, da in keiner der drei Verfassungen ein Sitz gewählt wurde.
In der französisch und italienischsprachigen Schweiz wird Bern als «la capitale» oder «capitale» bezeichnet. Im modernen Verständnis bezieht sich das Wort Hauptstadt auf das Zentrum der meisten staatlichen Funktionen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Keine klassische Hauptstadt: Die Schweizer Verfassung kennt keine „Hauptstadt“, sondern den Begriff Bundesstadt – Bern ist Sitz von Regierung und Parlament, aber nicht formell als Hauptstadt verankert.
Politisches Zentrum: In Bern tagt die Bundesversammlung, hier arbeitet der Bundesrat, und grosse Teile der Bundesverwaltung haben hier ihren Sitz.
Historischer Kompromiss von 1848: Bern setzte sich in der Abstimmung gegen Zürich und Luzern durch; andere Städte erhielten im Gegenzug wichtige Bundesinstitutionen (z. B. ETH Zürich, Bundesgericht Lausanne).
Bern im Alltag oft „Hauptstadt“ genannt: Besonders in der Romandie und im Tessin wird Bern als capitale bezeichnet, weil hier die wichtigsten staatlichen Funktionen konzentriert sind.
Lebensqualität & Kultur: UNESCO-Altstadt, Aare, Museen, Bärenpark und kurze Wege machen Bern sowohl politisches Zentrum als auch attraktive Stadt zum Leben, Arbeiten und Besuchen.
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Der Sitz der schweizerischen Bundesregierung ist in Artikel 108 der Bundesverfassung von 1848 festgelegt. Er besagt, dass Bundesversammlung, Bundesrat und Bundesverwaltung durch Gesetz bestimmt werden können. Der Rechtswissenschaftler Alfred Kölz behauptet jedoch, diese Wortwahl sei beabsichtigt gewesen. Die Schweiz wollte kein kulturelles oder politisches Zentrum wie Wien, Paris oder London schaffen. Stattdessen wählten sie ein Wort, das keine bestimmte Hauptstadt anzeigte. Wenn du mehr über die Hauptstadt der Schweiz erfahren möchtest, schau hier.
Die Bundesbezirke erwogen den Bau einer neuen Stadt als Sitz von Parlament und Bundesregierung. Sie diskutierten auch, ob eine Kantonshauptstadt Sitz der Bundesverwaltung sein könnte. Im November 1848 beschlossen die Räte, die Rotation grundsätzlich zu beenden. Obwohl die Standorte noch unentschieden waren, war es möglich, dass mehrere Regierungssitze geschaffen werden konnten.
Am 28. November 1848 betrachtete die Bundesversammlung Bern, Luzern und die ehemaligen Vorstädte von Zürich als Kandidaten für die Bundesstadt. Wenn du dich für die verschiedenen Sprachen und Kulturen der Schweiz interessierst, kannst du hier mehr erfahren.
Die Rivalität zwischen Bern und Zürich – die in der alten Eidgenossenschaft vorhanden war – wurde zu einem Streit darüber, welche Stadt im neuen Bundesstaat die Hegemonie hatte.
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Wir sind bekannt aus
Wahl der neuen Bundesstadt
Die Kommission entschied, dass es nicht sinnvoll sei, National- und Ständerat an zwei verschiedenen Orten zu tagen. Stattdessen forderten sie, dass der Standort des künftigen „Bundesstandorts“ in einer gemeinsamen Sitzung beider Räte – der vereinigten Bundesversammlung – gewählt wird. Die Räte beschlossen, die Wahl mit getrennter Abstimmung zwischen beiden Gremien abzuhalten.
In der ersten Abstimmung vom 28. November 1848 wählten beide Räte Bern als Standort. 58 Nationalräte wählten Bern, 35 Zürich und 6 Luzern. Zudem wählte ein einziger Stimmberechtigter Zofingen. Im Ständerat entschieden sich 21 Abgeordnete für Bern, 13 für Zürich und 3 für Luzern. Beide französischsprachigen Kantone – Neuenburg, Wallis, Waadt und Genf – setzten sich für Bern ein, ebenso Freiburg und Solothurn. Auch zwei Basler – Stadt und Land – haben einzeln für Bern gestimmt. Rund 12 % der St. Galler Abgeordneten haben Bern statt Zürich gewählt.
Zürich erhielt die Eidgenössische Technische Hochschule und Lausanne das schweizerische Bundesgericht. Luzern erhielt 1917 das eidgenössische Versicherungsgericht — heute Teil des Bundesgerichtshofs.
Die Bundesstadt Bern
Die Berner Altstadt hat mit ihren Sandsteinmauern, unzähligen Brunnen, breiten Gassen und alten Türmen eine mittelalterliche Atmosphäre. Den besten Blick auf die Altstadt hat man, wenn man auf der Plattform vor dem 101 Meter hohen Domturm oder einem erhöhten Rosengarten über dem Bären Park steht. Der grösste Teil der Altstadt ist von der Aare umgeben, und die ehemaligen Wälle und Bastionen fallen an dem Fluss dramatisch ab.
Die kleinen Strassencafés, Kabarettbühnen, Boutiquen und Kellergewölbe der Altstadt ziehen sowohl Einheimische als auch viele Touristen an. Die Berner Innenstadt lässt sich am besten zu Fuss erkunden. Es stehen jedoch auch hervorragende öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung.
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Kunst und Museen
Ein Besuch im Paul-Klee-Zentrum am Rande der Stadt ist die beste Art, die weltweit grösste Sammlung von Paul-Klee-Kunstwerken zu erleben. Ausserdem können Besucher einen Besuch im Albert-Einstein-Haus erleben. Darüber hinaus bietet Bern viele andere Kunstausstellungen im Kunstmuseum und im Historischen Museum. Zusätzlich bietet das Schweizerische Alpine Museum und das Museum für Kommunikation tolle Exponate.
Nur wenige Gehminuten vom Berner Hauptbahnhof entfernt befindet sich das Parlamentsgebäude, das den Sitz der Schweizer Regierung beherbergt. Manchmal sieht man Regierungsmitglieder durch Berns Strassen spazieren.
Die Aare bietet im Sommer hervorragende Bademöglichkeiten. Gute Schwimmer können das nahe gelegene Parlamentsgebäude sehen, während sie im sauberen Fluss schwimmen. Darüber hinaus verbindet der Fluss den Zoo Dählhölzli und den botanischen Garten der Stadt. Die Stadt Bern und ihr Bärenwappen sind unzertrennlich. Der Bärenpark ist ein Muss für jeden Besucher. Dieser Park enthält ein Gebiet, in dem eine Bärenfamilie lebt.
Am vierten Montag im November findet in den frühen Morgenstunden ein traditionelles Volksfest zum Thema Zwiebel namens Zibelemärit statt. Die Veranstaltung findet auf dem Platz der Innenstadt statt, und viele Händler bieten ihre Waren auf den dort stattfindenden Wochenmärkten an.
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Flughafen & ÖPNV
Über den Flughafen Bern-Belp und Busverbindungen ins Stadtzentrum ist es auch mit dem Auto oder Flugzeug gut erreichbar. Zugreisende profitieren zudem von einem dichten Netz, das direkte Verbindungen zu wichtigen europäischen Städten bietet. Da Bern im Zentrum der Schweiz liegt, ist es ein grossartiger Ort für einen Aufenthalt, während du Ausflüge im ganzen Land unternehmen kannst.
Der Charme der Region Bern ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sie die zweitstärkste Wirtschaftsregion der Schweiz ist. Das Geheimnis liegt in der entspannten Atmosphäre. Grund dafür dürfte das Zusammenspiel von visionärer Architektur und der weltberühmten, von der UNESCO geschützten Altstadt sein.
Unter Berücksichtigung von Sicherheit, Erreichbarkeit, Infrastruktur und Attraktivität ist Bern aufgrund der hervorragenden Infrastruktur, der gut erreichbaren Lage und der grossartigen Veranstaltungsregionen ein so attraktiver Standort für Business-Events. Nahe beieinander liegende Locations sind der Kornhauskeller, ein historischer Gewölbekeller, der Kursaal Bern, das Zentrum Paul Klee und der Kornhauskeller.
Fazit
Bern ist offiziell „nur“ Bundesstadt – faktisch aber das politische Herz der Schweiz. Hier sitzen Bundesrat, Parlament und grosse Teile der Bundesverwaltung, während andere Städte wie Zürich, Lausanne oder Luzern wichtige Bundesaufgaben übernehmen. Dieses bewusst gewählte, dezentrale Modell verhindert ein übermächtiges Machtzentrum und passt gut zur föderalen Tradition der Schweiz.
Wer Bern besucht oder hier leben möchte, erlebt eine Stadt, in der Bundespolitik, mittelalterliche Altstadt, Kulturangebote und hohe Lebensqualität eng beieinander liegen. Ob du dich für Geschichte, Institutionen oder einfach für einen schönen Städtetrip interessierst: Bern ist die Antwort auf die Frage „Hauptstadt Schweiz?“ – auch wenn es auf dem Papier etwas anders heisst.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Hat die Schweiz offiziell eine Hauptstadt?
Streng genommen nein. In der Bundesverfassung ist keine „Hauptstadt“ festgeschrieben. Stattdessen ist Bern als Bundesstadt definiert und Sitz von Bundesrat, Bundesversammlung und Bundesverwaltung – damit ist Bern de facto die Hauptstadt der Schweiz.
Warum wurde Bern 1848 zur Bundesstadt gewählt?
Bei der Gründung des Bundesstaates 1848 standen mehrere Städte zur Wahl, unter anderem Zürich, Luzern und Bern. Bern setzte sich in der Abstimmung der Räte durch, weil die Stadt zentral gelegen war, politisch als kompromissfähig galt und bereits über eine geeignete Infrastruktur verfügte. Zürich und Lausanne erhielten im Gegenzug wichtige Bundesinstitutionen wie die ETH und das Bundesgericht.
Wo sitzen die wichtigsten Bundesinstitutionen der Schweiz?
Bern: Bundesrat, Bundesversammlung (National- und Ständerat), grosse Teile der Bundesverwaltung.
Lausanne: Bundesgericht.
Zürich: ETH Zürich sowie wichtige nationale und internationale Finanz- und Bildungsinstitutionen.
Das spiegelt das bewusst dezentrale System der Schweiz wider.
Ist Bern ein guter Wohnort für Auswanderer:innen und Fachkräfte aus dem Ausland?
Ja. Bern bietet hohe Lebensqualität, eine sehr gute Anbindung (ÖV, Flughafen Bern-Belp, Nähe zu Zürich/Lausanne), viele Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor und in Dienstleistungsbranchen sowie ein grosses Kultur- und Freizeitangebot. Wer in die Schweiz auswandern und dennoch nahe am politischen Zentrum leben möchte, findet in Bern einen attraktiven Standort.
