Du ziehst mit deiner Familie in die Schweiz und fragst dich, wie die Einschulung deines Kindes konkret abläuft? Anders als beim allgemeinen Bildungssystem geht es hier um die praktischen Schritte: Wann genau beginnt die Schule, wie meldest du dein Kind an, wie läuft die Einstufung beim Wechsel aus Deutschland und was bedeutet DaZ für dein Kind. Genau diese Fragen beantwortet dieser Ratgeber, als Ergänzung zum umfassenden Ratgeber Auswandern Schweiz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Schuljahresbeginn: Das Schuljahr startet in den meisten Kantonen Mitte August, das genaue Datum legt jede Gemeinde selbst fest.
- Stichtag Kindergarten: In den meisten Kantonen gilt der 31. Juli, wer bis dahin 4 Jahre alt ist, startet nach den Sommerferien. Einige Kantone in der Ost- und Zentralschweiz haben einen abweichenden Stichtag.
- Anmeldung: Erfolgt über die Schulverwaltung der Zuzugsgemeinde, meist direkt im Zuge der Einwohneranmeldung, ein wichtiger Schritt neben den übrigen Punkten der Umzug Schweiz Checkliste.
- Einstufung beim Schulwechsel: Der Eintritt in die Regelklasse erfolgt altersgemäss, die Schule berücksichtigt zusätzlich die bisherige Vorbildung sowie den aktuellen Stand in Deutsch und Mathematik.
- DaZ: Deutsch als Zweitsprache richtet sich an Kinder ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen. Für Kinder aus Deutschland ist das in der Regel nicht relevant, höchstens die Gewöhnung an Schweizerdeutsch im Alltag.
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Wann beginnt die Schule in der Schweiz?
Das Schweizer Schuljahr beginnt nicht wie in Deutschland zu unterschiedlichen Zeitpunkten, sondern in fast allen Kantonen Mitte August, nach den Sommerferien. Massgebend für den Eintritt in den Kindergarten ist ein Stichtag: Wer bis zum 31. Juli das vierte Lebensjahr vollendet hat, startet nach den Sommerferien in den Kindergarten. Dieser Stichtag gilt in der Mehrheit der Kantone, einige Kantone vor allem in der Ost- und Zentralschweiz legen einen abweichenden Stichtag zwischen dem 1. April und dem 31. Juli fest.
Der Kindergarten dauert in den meisten Kantonen zwei Jahre und ist Teil der obligatorischen Volksschule, danach folgt der Übertritt in die 1. Klasse der Primarstufe. Mehr zum gesamten Aufbau von Kindergarten, Primarstufe und Sekundarstufe findest du im Schweizer Schulsystem. Wichtig für berufstätige Eltern: Der Unterricht folgt festen Blockzeiten und lässt je nach Schulstufe Nachmittage frei, wie du diese Zeiten mit Tagesschule oder Hort abdeckst, erfährst du im Ratgeber Tagesschule und Hort Schweiz.
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Wie melde ich mein Kind bei der Schule an?
Die Anmeldung läuft über die Schulverwaltung beziehungsweise das Schulsekretariat der Zuzugsgemeinde, meist im Zuge der allgemeinen Einwohneranmeldung. Ziehst du bereits vor dem Schuljahresbeginn in die Schweiz, erhältst du in der Regel automatisch Post von der zuständigen Schulbehörde, sobald der Wohnsitz gemeldet ist. Ziehst du unterjährig zu, solltest du dich aktiv und möglichst frühzeitig selbst bei der Schulverwaltung melden, damit dein Kind zeitnah einer Klasse zugeteilt werden kann.
Für die Anmeldung werden in der Regel benötigt:
- Geburtsurkunde des Kindes
- Nachweis über den Aufenthaltsstatus der Familie
- Letztes Zeugnis beziehungsweise eine Bestätigung der bisherigen Schule, sofern dein Kind bereits eingeschult war
Der Schulweg: zu Fuss und selbstständig
Ein Punkt, der viele deutsche Eltern zu Beginn überrascht: In der Schweiz ist es üblich und ausdrücklich erwünscht, dass Kinder den Schulweg möglichst früh selbstständig zu Fuss zurücklegen, je nach Alter zunächst begleitet, dann zunehmend allein. Das Bringen mit dem Auto, in der Schweiz als Elterntaxi bekannt, wird von vielen Gemeinden und Schulen aktiv nicht gerne gesehen, da es vor den Schulhäusern zu gefährlichen Verkehrssituationen führen kann. Manche Schulen haben eigene Abhol- und Bringzonen abseits des Schuleingangs eingerichtet oder werben gezielt dafür, das Auto stehen zu lassen.
Für den Übergang gibt es bewährte Hilfen: Viele Gemeinden bieten Schulwegpläne mit den sichersten Routen aus den umliegenden Quartieren an, die du bei der Schulverwaltung erhältst. Zusätzlich existiert in vielen Regionen ein sogenannter Pedibus, eine Gruppe von Kindern, die gemeinsam und abwechselnd von einem Elternteil zu Fuss zur Schule begleitet wird, ähnlich einer Buslinie, nur ohne Fahrzeug. Das erleichtert besonders Erstklässlerinnen und Erstklässlern den Einstieg in den selbstständigen Schulweg und schafft gleichzeitig neue Kontakte zu anderen Familien im Quartier.
Am besten übst du den Schulweg schon vor dem ersten Schultag gemeinsam mit deinem Kind mehrmals ab, damit es sich sicher fühlt und die Strecke kennt.
Wie funktioniert die Einstufung beim Schulwechsel?
Ein häufiger Unsicherheitspunkt beim Wechsel aus Deutschland: Wird mein Kind in die gleiche Klassenstufe wie bisher eingestuft? Grundsätzlich erfolgt der Eintritt in die Regelklasse altersgemäss, dein Kind wird also in der Regel der Klassenstufe zugeteilt, die seinem Alter entspricht. Zusätzlich bezieht die Schule beim Zuzug aus einem anderen Schulsystem die bisherige schulische Vorbildung sowie den aktuellen Stand in Deutsch und Mathematik mit ein.
Bestehen in einzelnen Fächern Lücken, etwa weil ein Fach in Deutschland später oder früher eingeführt wird als in der Schweiz, zum Beispiel Französisch als Fremdsprache, kann zusätzlicher Förderunterricht angeboten werden. Ein persönliches Gespräch mit der Schulleitung oder Klassenlehrperson vor dem ersten Schultag hilft, den Wechsel für dein Kind so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Was ist DaZ und brauchen deutsche Kinder das?
DaZ steht für Deutsch als Zweitsprache und richtet sich an Kinder und Jugendliche ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen. Der Unterricht findet je nach Gemeinde integriert im Regelunterricht, in Kleingruppen oder in speziellen Aufnahmeklassen statt.
Für Kinder aus Deutschland ist DaZ in aller Regel nicht relevant, da die Deutschkenntnisse bereits vorhanden sind. Die einzige sprachliche Umstellung betrifft meist den Alltag: In der Deutschschweiz wird im mündlichen Schulalltag oft Schweizerdeutsch gesprochen, während der Unterricht selbst auf Hochdeutsch stattfindet. Kinder gewöhnen sich erfahrungsgemäss innerhalb weniger Monate an den Dialekt.
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Alternative: Internationale Schulen
Wer einen möglichst nahtlosen Übergang ohne Systemwechsel sucht, kann eine internationale Schule in Betracht ziehen. Diese sind auf Familien mit häufigen Standortwechseln eingestellt und bieten oft englischsprachigen Unterricht nach internationalem Lehrplan an. Dafür fallen in der Regel Schulgebühren an, während der Besuch der öffentlichen Volksschule kostenlos ist.
Fazit
Der Schulwechsel in die Schweiz ist für die meisten deutschen Familien unkomplizierter, als viele im Vorfeld befürchten. Wer den Stichtag für die Einschulung kennt, sich frühzeitig bei der Schulverwaltung meldet und ein Gespräch mit der neuen Schule sucht, sorgt für einen reibungslosen Start. Neben der Schule lohnt sich auch ein Blick auf die finanzielle Seite, etwa die Familienzulagen Schweiz, und auf Themen rund um den Umzug mit Kindern insgesamt im Ratgeber Auswandern mit Kindern in die Schweiz.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Wann genau beginnt die Schule in der Schweiz?
Das Schuljahr startet in fast allen Kantonen Mitte August, das genaue Datum legt die jeweilige Gemeinde fest.
Wie melde ich mein Kind für die Schule an?
Die Anmeldung erfolgt über die Schulverwaltung der Zuzugsgemeinde, meist zusammen mit der allgemeinen Einwohneranmeldung.
Wird mein Kind beim Wechsel aus Deutschland in eine niedrigere Klasse eingestuft?
Der Eintritt erfolgt grundsätzlich altersgemäss, die Schule berücksichtigt zusätzlich die bisherige Vorbildung sowie den aktuellen Stand in Deutsch und Mathematik.
Was ist DaZ und betrifft das mein Kind?
DaZ steht für Deutsch als Zweitsprache und richtet sich an Kinder ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen. Für Kinder aus Deutschland ist das in der Regel nicht relevant.
Muss mein Kind Schweizerdeutsch können, um in die Schule zu gehen?
Nein, der Unterricht findet auf Hochdeutsch statt. Schweizerdeutsch wird im mündlichen Alltag gesprochen und von Kindern erfahrungsgemäss schnell verstanden.
