Mit der angenommenen Pflegeinitiative setzt die Schweiz eine nationale Ausbildungsoffensive im Pflegebereich um. Die Initiative wurde von der Stimmbevölkerung angenommen und verpflichtet Bund und Kantone, mehr Pflegefachpersonen auszubilden und die Rahmenbedingungen im Pflegeberuf zu verbessern.
Konkret bedeutet das:
Es sollen mehr Pflegefachpersonen HF/FH ausgebildet, Praxisbetriebe finanziell unterstützt und bestimmte Pflegeleistungen direkt über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechnet werden können.
Die erste Etappe läuft seit 1. Juli 2024 und bringt:
finanzielle Förderungen für Ausbildungsbetriebe, Schulen & Studierende
neue Möglichkeiten zur direkten Abrechnung bestimmter Pflegeleistungen durch Pflegefachpersonen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Start: 1. Juli 2024 – Laufzeit 8 Jahre (1. Etappe der Pflegeinitiative).
- Fördertopf: bis zu 1 Mrd. CHF von Bund & Kantonen; der Bund beteiligt sich bis max. 50 % (insgesamt rund 470 Mio. CHF).
- Wofür gibt’s Geld? Beiträge an Praxisbetriebe (zusätzliche Ausbildungsplätze), an HF/FH (mehr Abschlüsse) sowie individuelle Ausbildungsbeiträge für Studierende mit Bedarf.
- Direkte Abrechnung: Pflegefachpersonen dürfen definierte Leistungen (Abklärung/Beratung/Koordination, Grundpflege) direkt zulasten der OKP abrechnen.
- Zusatzmittel: 8 Mio. CHF für 4 Jahre zur Förderung effizienter Versorgungsmodelle in der Grundversorgung (Fokus Langzeitpflege).
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Warum eine Ausbildungsoffensive?
Die Schweiz hat seit Jahren einen deutlichen Mangel an Pflegefachpersonen. Die Gründe dafür sind unter anderem:
die Alterung der Bevölkerung
mehr chronische und komplexe Erkrankungen
hohe Belastung im Pflegealltag und viele Berufsausstiege
Schon heute führt das in Spitälern, Pflegeheimen und bei der Spitex zu Personallücken, hoher Arbeitsbelastung und eingeschränkten Kapazitäten.
Die Ausbildungsoffensive setzt deshalb bei zwei zentralen Hebeln an:
1. Mehr Menschen für die Pflege gewinnen & ausbilden
zusätzliche Ausbildungsplätze in Spitälern, Heimen & Spitex
finanzielle Unterstützung für Praxisbetriebe, Schulen und Studierende
bessere Ausbildungsqualität & Betreuung in der Praxis
2. Pflegeleistungen entbürokratisieren & Rolle der Pflege stärken
bestimmte Leistungen (z. B. Abklärung, Beratung, Koordination, Grundpflege) können direkt durch Pflegefachpersonen zulasten der OKP abgerechnet werden
weniger Umwege über ärztliche Verordnungen
schnellere, effizientere Versorgung – insbesondere in Langzeitpflege und Spitex
So soll die Ausbildungsoffensive langfristig dafür sorgen, dass mehr qualifizierte Pflegefachpersonen im System bleiben bzw. neu dazukommen – und die Pflegeberufe wieder attraktiver werden.
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Wir sind bekannt aus
Status & Zeitplan
- 23.08.2023: Bundesrat schickt Umsetzungsbestimmungen in die Vernehmlassung; Start ab Mitte 2024 angekündigt.
- 01.07.2024: Inkrafttreten der 1. Etappe – Beginn der Ausbildungsoffensive und der Direktabrechnung.
- Seit 2024/25: Kantone schaffen bzw. ergänzen ihre Rechtsgrundlagen und zahlen Beiträge an Studierende, Schulen und Praxisbetriebe aus.
Hinweis: Die zweite Etappe (Arbeitsbedingungen; BGAP) wird separat beraten.
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Wer wird wie gefördert?
1. Praxisbetriebe (Spitäler, Heime, Spitex)
Beiträge zur Deckung ungedeckter Ausbildungskosten und zur Schaffung zusätzlicher praktischer Ausbildungsplätze (z. B. Ausbildungsstationen, Verbünde).
2. Bildungsinstitutionen (HF/FH)
Ziel: mehr Abschlüsse in Pflege HF/FH durch Kapazitätsausbau, bessere Betreuung und Lehrqualität.
3. Studierende
Individuelle Ausbildungsbeiträge sichern den Lebensunterhalt während des Studiums – insbesondere bei Betreuungspflichten oder geringem Einkommen.
Finanzierung & Zuständigkeiten
Die Kantone sind federführend. Der Bund beteiligt sich befristet und degressiv bis zu 50 % (gesamt rund 470 Mio. CHF). Insgesamt sind bis zu 1 Mrd. CHF vorgesehen.
Direkte Abrechnung: Was ist neu?
Seit 1. Juli 2024 dürfen Pflegefachpersonen definierte Leistungen ohne ärztliche Verordnung direkt zulasten der OKP erbringen und abrechnen – konkret:
- Abklärung, Beratung, Koordination
- Grundpflege
Das stärkt die Eigenverantwortung der Pflege, reduziert Bürokratie und beschleunigt die Versorgung.
Praxis-Hinweis: Leistungen & Tarife sind in der KLV geregelt; Kantone und Leistungserbringer konkretisieren die Umsetzung vor Ort.
Kantonale Umsetzung: Beispiel beider Basel
Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind vorangegangen und haben die gesetzlichen Grundlagen in Kraft gesetzt.
Seither laufen Ausbildungsbeiträge für Studierende sowie Förderbeiträge für Praxisbetriebe an.
Wichtig für Einwandernde: Checkliste vor Studien-/Jobstart
- Anerkennung & Registrierung: Früh klären, ob Dein Abschluss für HF/FH anerkannt wird. Einstieg: Anerkennung & Registrierung Pflege.
- Ausbildungsbeiträge: Prüfe kantonale Förderungen (Lebensunterhalt, Betreuungspflichten). Beispiel & Orientierung: beider Basel.
- Praxisplätze & Verbünde: Achte bei Bewerbungen auf Ausbildungsstationen/Verbünde dort sind Plätze und Betreuung oft besser organisiert.
- Direktabrechnung verstehen: Wenn Du in Spitex/Langzeit arbeitest, kennst Du idealerweise die OKP-Leistungskategorien (Abklärung/Beratung/Koordination; Grundpflege).
- Bewilligungen & Finanzen: Aufenthalt/Grenzgänger (B/L/G), Quellensteuer, 13. Lohn, BVG. Siehe: Bewilligungen und Steuern & Abzüge.
Extra-Tipp: Kombiniere Studienorte (HF/FH) mit Praxisbetrieben, die zusätzliche Zulagen oder Wohnangebote für Studierende bieten.
- Arbeiten, Lohn & Gehalt
Krankenschwester Gehalt Schweiz 2026: Brutto/Netto, Regionen & Zulagen
Fazit
Die Ausbildungsoffensive im Pflegebereich ist mehr als ein politischer Beschluss, sie ist ein klares Signal, dass die Schweiz Pflegeberufe langfristig stärken will. Mit zusätzlichen Milliardenmitteln, besseren Ausbildungsbedingungen und der Möglichkeit zur direkten Abrechnung über die OKP werden sowohl die Attraktivität als auch die Handlungsspielräume von Pflegefachpersonen spürbar verbessert.
Für dich als (angehende) Pflegefachperson bedeutet das:
Es gibt mehr Ausbildungsplätze, bessere Unterstützung in der Praxis und – je nach Kanton – finanzielle Beiträge, die dein Studium oder deine Weiterbildung erleichtern. Gleichzeitig eröffnen die neuen Abrechnungsregeln in Spitex und Langzeitpflege zusätzliche fachliche Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten.
Wenn du eine Pflegeausbildung in der Schweiz planst oder bereits im Pflegeberuf bist, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, deine Optionen zu prüfen: Anerkennung deines Diploms, kantonale Förderprogramme, passende Praxisbetriebe und langfristige Karriereperspektiven. So kannst du von der Ausbildungsoffensive maximal profitieren und deine berufliche Zukunft im Schweizer Gesundheitswesen gezielt aufbauen.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Wie lange läuft die Ausbildungsoffensive?
Sie ist auf acht Jahre befristet (Start 01.07.2024).
Wie hoch ist die Bundesbeteiligung?
Der Bund beteiligt sich bis zu 50 % an kantonalen Beiträgen, insgesamt rund 470 Mio. CHF über die Laufzeit.
Welche Leistungen darf die Pflege direkt abrechnen?
Abklärung, Beratung, Koordination sowie Grundpflege; Details regelt die KLV.
Gibt es zusätzlich Fördermittel?
Ja, 8 Mio. CHF für vier Jahre zur Stärkung effizienter Versorgungsmodelle in der Grundversorgung (Schwerpunkt Langzeitpflege).
